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Portemonnaie in einer Schraubzwinge
Kirill Seregin

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Inflation und ihre Auswirkungen

Die Inflation ist ein wichtiges Thema für Anleger, da sie die Kaufkraft des Geldes und damit auch den Wert von Investitionen beeinflusst.

In diesem Artikel werden wir die Auswirkungen der Inflation auf verschiedene Anlageklassen untersuchen und Strategien aufzeigen, mit denen Anleger sich gegen Inflationsrisiken absichern können.

Was ist Inflation?

Inflation ist der anhaltende Anstieg des allgemeinen Preisniveaus von Gütern und Dienstleistungen in einer Volkswirtschaft. Sie führt dazu, dass die Kaufkraft des Geldes abnimmt, was bedeutet, dass man im Laufe der Zeit weniger Güter und Dienstleistungen für den gleichen Geldbetrag erhält.

In Deutschland wird die Inflation hauptsächlich anhand des Verbraucherpreisindex (VPI) gemessen. Der VPI erfasst die Preisentwicklung von Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten konsumiert werden, und bildet so die durchschnittliche Inflationsrate ab.

Auswirkungen der Inflation

Inflation hat unterschiedliche Auswirkungen auf verschiedene Anlageklassen. Wir werden nun auf die wichtigsten Anlageklassen und ihre Beziehung zur Inflation eingehen.

a) Auswirkungen auf Aktien

Die Auswirkungen der Inflation auf Aktien sind nicht eindeutig. Einerseits können steigende Preise zu höheren Umsätzen und Gewinnen für Unternehmen führen, was sich positiv auf deren Aktienkurse auswirkt.

Andererseits können höhere Inflationsraten auch zu steigenden Zinsen führen, was die Finanzierungskosten für Unternehmen erhöht und damit deren Gewinne und Aktienkurse belastet.

Laut einer Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus dem Jahr 2012 besteht eine negative Korrelation zwischen Inflation und Aktienrenditen, wobei diese Beziehung in Ländern mit höherer Inflation stärker ausgeprägt ist.

b) Auswirkungen auf Anleihen

Inflation hat in der Regel negative Auswirkungen auf Anleihen, da die festen Zinszahlungen durch die abnehmende Kaufkraft des Geldes an Wert verlieren. Bei steigender Inflation sinkt daher die reale Rendite von Anleihen, was zu Kursverlusten führen kann.

Laut einer Analyse der Europäischen Zentralbank (EZB) aus dem Jahr 2018 besteht eine negative Korrelation zwischen Inflation und Anleiherenditen, insbesondere bei langfristigen Anleihen.

c) Auswirkungen auf Immobilien

Immobilien gelten als relativ inflationsgeschützt, da die Miet- und Kaufpreise von Immobilien im Allgemeinen mit der Inflation steigen.

Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) aus dem Jahr 2018 zeigt, dass Immobilien in Deutschland während Inflationsphasen tendenziell eine höhere Rendite als Anleihen erzielen und teilweise auch Aktienrenditen übertreffen.

Allerdings hängt die Inflationsresistenz von Immobilien von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der regionalen Lage und der Art der Immobilie.

d) Auswirkungen auf Edelmetalle (z.B. Gold)

Edelmetalle wie Gold gelten als traditionelle Absicherung gegen Inflation, da sie ihren Wert im Laufe der Zeit tendenziell erhalten.

Eine Studie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) aus dem Jahr 2013 zeigt, dass Gold in Zeiten hoher Inflation positive reale Renditen erzielt und damit einen gewissen Schutz gegen Inflationsrisiken bietet.

Allerdings ist die Wertentwicklung von Gold auch von anderen Faktoren wie der globalen Wirtschaftsentwicklung und der Geldpolitik der Zentralbanken abhängig.

Die besten Anlagen in Zeiten hoher Inflation

In Zeiten hoher Inflation gibt es bestimmte Anlageklassen, die in der Vergangenheit als widerstandsfähig gegenüber Inflationsrisiken erwiesen haben. Hier sind einige Beispiele und Strategien, die auf empirischen Untersuchungen basieren:

a) Diversifikation des Portfolios

Eine breite Streuung der Anlagen über verschiedene Anlageklassen kann dazu beitragen, das Inflationsrisiko zu reduzieren. So können unter anderem Aktien, Immobilien oder Edelmetalle als Inflationsschutz dienen, während Anleihen in Zeiten niedriger Inflation attraktive Renditen bieten können.

Eine breite Streuung der Anlagen über verschiedene Anlageklassen ist eine anerkannte Strategie zur Reduzierung des Inflationsrisikos, weil sie dazu beiträgt, das Gesamtrisiko des Portfolios zu mindern und die Rendite zu optimieren.

Jede Anlageklasse reagiert unterschiedlich auf die Inflation, und die Diversifikation ermöglicht es Anlegern, von den Stärken jeder Anlageklasse zu profitieren, während sie sich gleichzeitig gegen deren Schwächen absichern.

b) Investition in inflationsgeschützte Anleihen (z.B. inflationsindexierte Bundesanleihen)

Inflationsgeschützte Anleihen bieten einen gewissen Schutz gegen Inflation, da ihre Zinszahlungen und der Nominalwert an die Inflationsrate angepasst werden. In Deutschland gibt es inflationsindexierte Bundesanleihen, die ähnliche Vorteile bieten wie die US-amerikanischen TIPS.

Die Bundesrepublik Deutschland begann im Jahr 2006 mit der Emission von inflationsindexierten Bundesanleihen, auch als Linker bezeichnet. Diese Anleihen sind an den harmonisierten Verbraucherpreisindex für Deutschland (HVPI) gekoppelt. Das bedeutet, dass die Zinszahlungen und der Nominalwert der Anleihe an die Veränderung des HVPI angepasst werden.

Die Vorteile von inflationsindexierten Bundesanleihen sind:

  1. Schutz vor Inflation: Da sowohl der Nominalwert als auch die Zinszahlungen an die Inflationsrate angepasst werden, bieten diese Anleihen einen gewissen Schutz vor Inflation. Anleger erhalten somit eine reale Rendite, die über der Inflationsrate liegt.
  2. Geringeres Risiko: Inflationsindexierte Bundesanleihen gelten als eine der sichersten Anlageformen, da sie von der Bundesrepublik Deutschland emittiert werden. Sie weisen daher ein niedriges Ausfallrisiko auf.
  3. Steuervorteile: In Deutschland sind die inflationsbedingten Wertsteigerungen von inflationsindexierten Bundesanleihen steuerfrei. Das bedeutet, dass Anleger nur die realen Zinserträge versteuern müssen.

c) Investition in inflationsresistente Aktien

Einige Unternehmen und Branchen sind weniger anfällig für Inflation als andere, z.B. weil sie ihre steigenden Kosten an die Kunden weitergeben können oder weil sie von höheren Preisen profitieren.

Anleger können in solche inflationsresistenten Aktien investieren, um sich gegen Inflationsrisiken abzusichern.

Eine Studie des National Bureau of Economic Research (NBER) aus dem Jahr 2010 zeigt, dass Aktien im Allgemeinen als langfristiger Inflationsschutz dienen können, da sie dazu neigen, ihren realen Wert über längere Zeiträume zu erhalten.

Allerdings ist es wichtig, in inflationsresistente Sektoren wie Konsumgüter, Energie oder Gesundheitswesen zu investieren, die ihre Kosten besser an die Kunden weitergeben können und weniger von steigenden Preisen betroffen sind.

d) Investition in Edelmetalle

Wie bereits erwähnt, können Edelmetalle wie Gold als Absicherung gegen Inflation dienen. Anleger können physisches Gold kaufen oder in börsengehandelte Fonds (ETFs) investieren, die den Goldpreis abbilden.

Edelmetalle wie Gold sind historisch gesehen als Absicherung gegen Inflation anerkannt. Es gibt mehrere Gründe, die diese Beziehung zwischen Gold und Inflation erklären:

Da Gold eine begrenzte Ressource ist, kann es nicht in unbegrenzter Menge produziert werden, wie es bei Fiat-Währungen der Fall ist. Dies führt dazu, dass der Wert von Gold relativ stabil bleibt, während die Kaufkraft von Papiergeld durch Inflation abnimmt.

Gold hat über die Jahrhunderte seinen Wert erhalten und diente sogar als Währung. In Zeiten hoher Inflation oder Währungskrisen suchen Anleger oft nach sicheren Anlagen, um ihr Vermögen zu schützen.

Gold bietet eine solche Sicherheit und wird daher oft als Wertaufbewahrung bezeichnet.

Studien wie die von Erb und Harvey aus dem Jahr 2012 haben gezeigt, dass Gold in Zeiten hoher Inflation in der Regel eine positive Realrendite erzielt.

Dies bedeutet, dass der Goldpreis im Durchschnitt schneller gestiegen ist als die Inflationsrate, was es zu einer sinnvollen Absicherung gegen Inflation macht.

Investieren in Gold

Anleger haben verschiedene Möglichkeiten, in Gold zu investieren:

Physisches Gold: Eine Möglichkeit besteht darin, physisches Gold in Form von Münzen oder Barren zu kaufen. Dies ermöglicht es Anlegern, den tatsächlichen Wert des Metalls zu besitzen.

Allerdings müssen sie auch Lager- und Versicherungskosten tragen und sicherstellen, dass das Gold sicher aufbewahrt wird.

Gold-ETFs: Eine andere Möglichkeit sind börsengehandelte Fonds (ETFs), die den Goldpreis abbilden. Gold-ETFs sind Finanzinstrumente, die es Anlegern ermöglichen, in Gold zu investieren, ohne das physische Metall besitzen oder lagern zu müssen.

Stattdessen kaufen die ETFs physisches Gold und verbriefen dieses in Anteilen, die an der Börse gehandelt werden. Beispiele für Gold-ETFs sind der SPDR Gold Shares (GLD) oder der iShares Gold Trust (IAU).

Gold-ETFs bieten eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, in Gold zu investieren und von dessen Inflationsschutz zu profitieren.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Wertentwicklung von Gold auch von anderen Faktoren wie der globalen Wirtschaftsentwicklung und der Geldpolitik der Zentralbanken abhängig ist.

e) Investition in Immobilien oder Immobilien-ETFs

Immobilieninvestitionen können ebenfalls einen Schutz vor Inflation bieten. Anleger können direkt in Immobilien investieren oder indirekt über Immobilien-ETFs oder -Aktien an der Börse teilhaben.

Bei der Auswahl von Immobilien-ETFs sollte jedoch darauf geachtet werden, dass sie breit diversifiziert sind und nicht nur auf bestimmte Sektoren oder Regionen fokussiert sind.

Laut einer Studie der Universität Regensburg aus dem Jahr 2014 können deutsche Immobilien in Zeiten hoher Inflation tendenziell eine höhere Rendite als Anleihen erzielen und teilweise auch Aktienrenditen übertreffen.

Die Inflationsresistenz von Immobilien hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab, wie der regionalen Lage und der Art der Immobilie.

Fazit

Inflation kann erhebliche Auswirkungen auf die Rendite von Investitionen haben. Es ist daher wichtig, dass Anleger sich mit den Risiken und Chancen der verschiedenen Anlageklassen im Zusammenhang mit Inflation auseinandersetzen und geeignete Strategien zur Absicherung entwickeln.

Dazu gehört die Diversifikation des Portfolios über verschiedene Anlageklassen, die Investition in inflationsgeschützte Anleihen, inflationsresistente Aktien, Edelmetalle oder Immobilien.

Jedoch ist es wichtig zu beachten, dass keine Strategie einen vollständigen Schutz vor Inflationsrisiken bieten kann. Es ist daher ratsam, sich regelmäßig über die aktuelle Wirtschaftslage und Inflationsentwicklung zu informieren und das eigene Portfolio entsprechend anzupassen.

Dabei können auch die Meinungen und Empfehlungen von Experten, wie sie in diesem Artikel vorgestellt wurden, als Orientierungshilfe dienen.

FAQ

Welche Anlageklasse bei Inflation?

In Zeiten hoher Inflation sind Anlageklassen wie inflationsresistente Aktien, Immobilien, Edelmetalle und Rohstoffe empfehlenswert, da sie tendenziell besser abschneiden und den realen Wert des investierten Kapitals erhalten oder erhöhen können.

Was sind die Auswirkungen von einer Inflation?

Inflation führt zu einem allgemeinen Anstieg des Preisniveaus, was die Kaufkraft des Geldes verringert. Sie kann den Wert von Anlagen beeinträchtigen, insbesondere von festverzinslichen Anlagen wie Anleihen und Festgeld, wenn die nominale Rendite unter der Inflationsrate liegt.

Welche Aktien profitieren von einer steigenden Inflation?

Aktien von Unternehmen in inflationsresistenten Sektoren wie Konsumgüter, Energie oder Gesundheitswesen können von steigender Inflation profitieren. Diese Unternehmen sind in der Lage, ihre Kosten besser an die Kunden weiterzugeben und sind weniger von steigenden Preisen betroffen.

Welche Branche profitiert von Inflation?

Während der Inflation können bestimmte Branchen profitieren, speziell solche, die ihre Preise an steigende Kosten anpassen können. Dazu gehören unter anderem Unternehmen aus der Rohstoff- und Energiebranche, da Rohstoffpreise häufig bei Inflation ansteigen. Finanzunternehmen wie Banken können ebenfalls profitieren, da sie höhere Zinsen für Kredite verlangen können.

Ist Gold ein Inflationsschutz?

Gold gilt traditionell als Inflationsschutz, da es seinen Wert im Laufe der Zeit besser bewahrt als viele Währungen. In Zeiten hoher Inflation kann der Goldpreis steigen, da Anleger nach sicheren Anlagealternativen suchen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Goldpreise auch von anderen Faktoren wie Angebot und Nachfrage, geopolitischen Ereignissen und den Zinssätzen beeinflusst werden.

Kirill Seregin

Kirill Seregin

Kirill beschäftigt sich seit 2016 mit Aktien, ETFs und Kryptowährungen. Er hat Rechtswissenschaften studiert und mehrere Guides zum Thema Kryptowährungen bei t3n veröffentlicht, wurde für den Black Bull Award nominiert und ist Chefredakteur bei Blockchainwelt.

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