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Investieren in ETFs: Warum die laufenden Kosten so wichtig sind

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Investieren in ETFs: Warum sind laufenden Kosten so wichtig

Investieren in ETFs ist sehr einsteigerfreundlich, unkompliziert und kann ohne großen Aufwand attraktive Renditen generieren. Dennoch gibt es hierbei ein paar wesentliche Faktoren zu beachten. In erster Linie sollte man beim Kauf die anfallenden, laufenden Kosten beachten.

So können die Kosten kurzfristig vielleicht nicht sonderlich hoch oder relevant erscheinen, auf lange Sicht jedoch können wenige Prozente einen gewaltigen Unterschied machen.

Insbesondere, wenn man langfristig in ETFs investiert und so vom Zinseszins-Effekt profitieren möchte, sollte man sich unbedingt mit den wesentlichen Kosten vertraut machen. Wir stellen Ihnen daher im Detail die sogenannte Gesamtkostenquote (TER) im Detail vor und erklären, ob sie tatsächlich wichtig ist.

Was ist TER überhaupt?

Zunächst einmal sollten wir daher betrachten, worum es sich beim TER überhaupt handelt. Die Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, TER) ist ein Indikator für die Gesamtkosten, die mit der Verwaltung und dem Betrieb eines Investmentfonds (in unserem Fall ETFs) verbunden sind. Oftmals fällt in diesem Kontext auch der Begriff: laufende Kosten.

In erster Linie fallen für Sie als Nutzer beim Investieren folgende Kostenpunkte in den laufenden Kosten an:

  • Verwaltungsgebühren
  • Werbe- und Vertriebskosten
  • Administrative Kosten
  • Gebühren für die Depotbank

In Deutschland ist übrigens klar geregelt, dass die TER bei einem Investmentfonds gem. § 41 Abs. 2 Investment-Gesetz angegeben werden muss. Im Umkehrschluss ergibt sich für Sie als Investor jedoch auch, dass bestimmte Kosten nicht im TER enthalten sind.

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Die nicht im TER enthaltenen Kosten umfassen:

  • Transaktionskosten
  • Gebühren für Swaps
  • Erträge durch Wertpapierleihe
  • Spread beim Kauf und Verkauf
  • Performance-Gebühren

Grundsätzlich ist es so, dass die TER im Durchschnitt deutlich niedriger liegen als beispielsweise bei aktiv gemanagten Fonds. Die deutlich geringeren Kosten ergeben sich aus dem deutlich geringeren Aufwand, der für die Verwaltung notwendig ist.

Insbesondere ETFs wie der MSCI-World sind daher deutlich kostengünstiger als z.B. deutsche Aktienfonds, stellen jedoch hinsichtlich der Rendite eine hervorragende Alternative dar.

Wie kann ich die Total Expense Ratio berechnen?

Die Berechnung der TER ist denkbar einfach. Zwar wird der Wert bei jedem ETF, den man kauft, auch transparent aufgezeigt, jedoch ist es auch sinnvoll, die Berechnung der Gesamtkostenquote zu wissen.

Um die TER zu berechnen, muss man die Gesamtkosten des Fonds innerhalb eines Jahres durch das gesamte Volumen des Fonds teilen. Als Ergebnis erhält man den TER in Prozent.

Wozu dient die TER?

In erster Linie dient die TER der Transparenz und besseren Vergleichbarkeit zwischen den ETFs und Investmentfonds für Sie als Investor. Als Nutzer kann man noch vor dem Kauf ohne großen Aufwand dementsprechend seine Entscheidung treffen.

Insbesondere, wenn beispielsweise die Gesamtkostenquote eines ETFs deutlich höher ist, als bei einem vergleichbaren Produkt, sollte man sich daher eher nach Alternativen umschauen.

Wie wichtig ist die TER bei ETFs?

Die TER stellt den größten Kostenfaktor beim Geld anlegen in ETFs dar und daher sollte man darauf achten, dass die TER möglichst gering ist.

Die Gesamtkostenquote setzt sich aus den Pauschalgebühren zusammen, die der ETF-Anbieter von Ihnen verlangt. In der Regel liegen die Kosten für einen ETF in einer Preisspanne von 0,1 – 0,5 % pro Jahr.

Zwar umfasst die TER nicht sämtliche Kosten, die ein ETF-Anbieter verlangen kann, dennoch ist sie für Sie als Investor der erste Indikator und sollte unbedingt vor dem Investment geprüft werden. Aufgrund der steigenden Popularität von ETFs entsteht zunehmend ein Wettbewerb unter den Anbietern, was zu sinkenden TER führt.

Zurzeit herrscht ein großer Preiskampf unter den ETF-Anbietern hinsichtlich der TER, was für Sie als Investor natürlich vorteilhaft ist.

Dennoch ist es nicht so, dass ein ETF mit geringerer TER zwangsläufig die beste Wahl ist. Vielmehr ist es so, dass auch die Kosten, die nicht in die Gesamtkostenquote einfließen, relevant sind. Dies gilt in erster Linie für sämtliche ETFs – synthetische und physische.

Praktischerweise stellt jeder ETF-Anbieter in der Regel ein umfangreiches Verkaufsprospekt zu seinen ETFs zur Verfügung. Der ETF-Anbieter Blackrock beispielsweise stellt direkt eine Übersicht seiner U.S. ETFs zur Verfügung, wo man direkt die Expense Ratio übersichtlich einsehen kann.

Andere Anbieter verfahren ähnlich, zusätzlich kann man in den individuellen Broschüren zu den einzelnen ETFS auch noch sämtliche anderen, anfallen Kosten einsehen.

Aktiv gemanagte Fonds und ETF im Kostenvergleich

Im Gegensatz zu ETFs, die einen bereits bestehenden Index passiv abbilden, werden Fonds aktiv gemanagt. Für diesen Aufwand werden die verwaltenden Manager entsprechend entlohnt – die Fonds sind grundsätzlich deutlich teurer als ETFs.

So kosten unter anderem aktiv gemanagte Deutschland-Aktienfonds durchschnittlich 1,68 %, was ungefähr 8,5x so viel ist wie die durchschnittliche TER für einen S&P 500 ETF.

Was ist ein guter TER Wert?

Um die Frage nach einem guten TER Wert zu beantworten, muss man zunächst definieren, um welches Investitionsprodukt es sich handelt.

Die TER eines aktiv gemanagten Fonds darf man dabei nicht mit der eines ETF vergleichen. Grundsätzlich ist es so, dass beispielsweise bei Geldmarktfonds die Gesamtkostenquote 0,5 % betragen kann, jedoch kann die Quote jedoch auch mitunter 3x so hohe Werte erreichen, beispielsweise bei Aktienfonds.

Deutlich günstiger sind hingegen ETFs, bei denen ein TER von 0,5 % eher die Ausnahme darstellt. Ein Großteil der ETFs ist jedoch deutlich kostengünstiger, mitunter kann man sogar große und populäre ETFs mit einer TER von 0,1 % finden, was sich natürlich sowohl kurz- und langfristig sehr positiv auf die Rendite auswirkt.

In jedem Fall lohnt sich ein Vergleich, bevor man in ETFs investiert. Mittlerweile gibt es unterschiedliche Anbieter, die mitunter sehr ähnliche ETFs anbieten. Hierbei sollte man als Nutzer möglichst den ETF wählen, bei dem die niedrigsten Kosten anfallen.

Wann werden die Gesamtkostenquote abgezogen?

Die Gesamtkostenquote eines ETFs werden vollautomatisch vom Fondsvermögen im Jahresrhythmus abgezogen. Für die Anleger entstehen dabei weder zusätzliche Kosten noch Aufwand, da die Gebühren noch von dessen eingezogen werden müssen.

Wie viel sollte ein ETF kosten?

Die Frage nach idealen Werten für ETFs ist nur schwer allgemein zu beantworten. Heutzutage gibt es eine Vielzahl verschiedenster ETFs, die sich an unterschiedliche Anlegertypen richten und verschiedenste Anlageziele haben.

So gibt es beispielsweise ETFs, die bestimmte Regionen abbilden möchten, darüber hinaus gibt es jedoch auch etwa Immobilien oder andere Themen-ETFs.

Als Faustregel kann man an dieser Stelle festhalten, dass je ausgefallener und exotischer das Anlageziel eines ETFs ist, desto höher liegt in der Regel auch die Gesamtkostenquote.

Für bekannte und beliebte ETF wie für einen MSCI World oder den S&P 500 ETF gehen wir von einem Richtwert von 0,20 % aus. Das bedeutet, dass es eine Vielzahl an ETF-Anbietern gibt, bei denen man mit dieser TER rechnen muss, in den meisten Fällen liegt ein kompetitiver Anbieter mitunter sogar noch deutlich unter diesem Richtwert.

Wenn Sie sich jedoch dazu entscheiden, in einen exotischen ETF wie einen Amundi S&P Gobal Luxury-ETF zu investieren, müssen Sie zwangsläufig mit höheren Kosten rechnen. Dennoch sind auch hier die Kosten vergleichsweise günstig und Sie sollten nicht mehr als 0,80 % hierfür veranschlagen.

 

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Kirill Seregin

Kirill Seregin

Kirill beschäftigt sich seit 2016 mit Aktien, ETFs und Kryptowährungen. Er hat Rechtswissenschaften studiert und mehrere Guides zum Thema Kryptowährungen bei t3n veröffentlicht, wurde für den Black Bull Award nominiert und ist Chefredakteur bei Blockchainwelt.

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